Bombenstimmung
28. Januar 2012 in Wirtschaft
Stolz verkündete die Regierung jüngst, unser Land hätte 2010 das höchste Wirtschaftswachstum seit der Wiedervereinigung zu verzeichnen gehabt und die Aussicht auf weiteres Wachstum sei hervorragend. Alles in allem sei damit bewiesen, dass die Regierung hervorragende Arbeit leiste und uns mit sicherer Hand durch die Krise geführt habe.
Wir tun gut daran, diese Behauptung einfach im Raume stehen zu lassen und ihr keine weitere Beachtung zu schenken. Für die Asset-Allokation sind solche Aussagen ebenso wertlos, wie für die Frage, wem man bei der nächsten Wahl die Stimme leihen soll.
Der Minus-Boom
Tatsächlich sollten wir uns bei der Frage, wie wir uns finanziell aufstellen wollen, mehr von der Realität leiten lassen. Diese sagt uns, dass zwar in vielen Bereichen die Geschäfte in Deutschland extrem gut laufen, dass die ausgewiesenen 3,6% Wirtschaftswachstum aber vor allem drei Faktoren geschuldet sind:
1. Einer Korrektur der vorangegangenen Wirtschaftsperiode, welche durch einen schockartigen Einbruch von 4,7% geprägt war.
2. Dem Auffüllen von Warenlagern, welche in vielen Bereichen nahezu auf null gefahren wurden und nun wieder auf ein sinnvolles Maß hochgefahren werden müssen.
3. Einem Aufkeimen der Inlandsnachfrage, welche jedoch zu 2/3 durch schuldenfinanzierte Investitionen der öffentlichen Hand getragen wird.
Unter dem Strich ist es zwar tatsächlich so, dass die Wirtschaft in vielen Bereichen brummt; Anlass zu einer Entwarnung oder einer Neuausrichtung der privaten Vermögensverwaltung bietet diese Entwicklung aber nicht, weil sie keine Trendwende markiert.
Ungeachtet des netten Wirtschaftswachstums in 2010 findet das tatsächlich relevante Wachstum nämlich weder heute, noch in absehbarer Zukunft in unserem Lande statt. Auf die einzelne Person runter gebrochen, ist diese Tatsache zu verschmerzen. Schließlich hat der durchschnittliche Lebensstandard inzwischen ein Level erreicht, welcher nur noch verändert, nicht jedoch verbessert werden kann.
Für die Nation an sich ist diese Entwicklung jedoch dramatisch: Die demografische Entwicklung in Deutschland führt zu einer schrumpfenden, immer älter werdenden Bevölkerung. Sollen die aufgelaufenen Verpflichtungen (Schulden, Pensionen, Renten) langfristig finanzierbar bleiben, müssen immer weniger Erwerbstätige immer mehr verdienen, um die Lasten tragen zu können. Ohne Wachstum ist das nicht möglich.
Fazit
Der deutsche Staat steht auch nach einem Wachstum von 3,6% im Jahre 2010 deutlich schwächer da wie im Jahre 2008. Wenn die Wirtschaft schrumpft, während die Schuldenlast der öffentlichen Hand steigt, bedeutet das nichts Gutes für die Gläubiger und zukünftige Renten- & Pensionsempfänger. Wer kann ist deshalb gut beraten eine substanzielle Privatvorsorge voranzutreiben und dabei weniger auf klassische Geldwerte zu setzen (Kapitallebensversicherungen, Euro-Staatsanleihen, etc.), sondern Aktien in Wachstumsmärkten und Sachwertanlagen ins Auge zu fassen. Aber Achtung: Diese Anlagen bedürfen einer sachgerechten, kompetenten Beratung und Betreuung!
Wenn Sie erfahren wollen, welche Möglichkeiten Ihnen persönlich offen stehen, müssen Sie nur fragen. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.
Daniel S. Batt
Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
www. vorsorgeportal.org